Datenanalyse Österreich, Stand 18. August 2026
62 IT-Rahmenvereinbarungen der BBG mit erwartetem Ende bis 2028
Geschrieben von Ravid Efroni, Gründer von Tendervane · aktualisiert 18. August 2026
Die Bundesbeschaffung GmbH bündelt einen großen Teil des öffentlichen IT-Einkaufs in Österreich. Aus den veröffentlichten Vergabedaten lässt sich ablesen, welche ihrer IT-Rahmenvereinbarungen in den nächsten 24 Monaten voraussichtlich enden. Es sind 62 Datensätze mit zusammen 2.445.243.375 Euro an veröffentlichten Auftragswerten.
Das Wort voraussichtlich trägt hier die ganze Last, deshalb legen wir gleich zu Beginn offen, worauf jedes einzelne Enddatum beruht. Bei 6 der 62 steht das Ende in der Bekanntgabe. Bei 54 rechnen wir es aus veröffentlichtem Zuschlagsdatum und Laufzeit. Bei 2 bleibt nur ein Erfahrungswert.
Worauf die Enddaten beruhen
Diese Tabelle entscheidet, wie viel die Überschrift wert ist. Eine Liste auslaufender Verträge, die zu großen Teilen auf Kategorie-Erfahrungswerten beruht, ist eine Vermutung mit Nachkommastellen. Hier sind 60 der 62 aus der Bekanntgabe abgeleitet, also 97 Prozent.
| Grundlage des Enddatums | Anzahl | Anteil | Wert |
|---|---|---|---|
| Aus anderen Angaben berechnetAbgeleitet aus veröffentlichtem Zuschlagsdatum und Laufzeit. | 54 | 87,1 % | 2.359.660.341 € |
| In der Bekanntgabe genanntDie vergebende Stelle hat ein Ende veröffentlicht. | 6 | 9,7 % | 84.796.871 € |
| Statistisch geschätztErfahrungswert für die Kategorie. Die schwächste Grundlage. | 2 | 3,2 % | 786.163 € |
Ein berechnetes Ende ist deutlich besser belegt als ein Erfahrungswert, aber es bleibt eine Ableitung. Und selbst ein in der Bekanntgabe genanntes Ende sagt nur, wann der Vertrag ausläuft, nicht dass derselbe Bedarf erneut ausgeschrieben wird.
Wann sie enden
Nach Quartal des erwarteten Endes. Das vierte Quartal 2026 sticht heraus, weil dort mit Microsoft Enterprise & Select und den Cybersecurity-Dienstleistungen zwei sehr große Vereinbarungen zusammenfallen.
Anzahl der Datensätze je Quartal, daneben die veröffentlichten Auftragswerte. Die Balken zeigen die Anzahl, nicht den Wert. Beides fällt auseinander: das dritte Quartal 2027 enthält die meisten Verträge, das vierte Quartal 2026 mit Abstand das meiste Geld.
Die zehn größten nach veröffentlichtem Wert
| Rahmenvereinbarung | Auftragnehmer | Wert | erwartetes Ende |
|---|---|---|---|
| Microsoft Enterprise & Select | ACP IT Solutions GmbH | 470.000.000 € | Dezember 2026berechnet |
| SAP | SAP Österreich GmbH | 410.000.000 € | Februar 2027berechnet |
| Cybersecurity-Dienstleistungen | Ernst & Young Management Consulting GmbH | 300.000.000 € | November 2026berechnet |
| VMware | TD SYNNEX Austria GmbH und Arrow ECS GmbH (geteilter Deckel) | 160.000.000 € | Juni 2028berechnet |
| IT-Dienstleistungen 2021, Lose 1-6, 8-11, 13 und 14 | msg Plaut Austria GmbH | 143.000.000 € | September 2026berechnet |
| Verrechnungs- und Übermittlungsstellen, Service Provider (Dienstleistungskonzessionsvertrag, keine Rahmenvereinbarung) | 13 Vertragspartner, darunter MANZ, ANKÖ Service, Moody's Analytics Austria und rath-it.development (geteilter Betrag) | 138.000.000 € | Februar 2028berechnet |
| Microsoft EDU Austria | SoftwareONE Österreich GmbH | 91.000.000 € | März 2028berechnet |
| IT-Dienstleistungen 2021-2 | European Dynamics Luxembourg SA | 70.000.000 € | September 2026berechnet |
| Security Software 2024 | Arrow ECS GmbH | 60.000.000 € | September 2027genannt |
| Check Point | Arrow ECS GmbH | 60.000.000 € | Juli 2028berechnet |
Auftraggeber, Auftragnehmer, Wert und Zuschlagsdatum stammen aus der Bekanntgabe. Das erwartete Ende ist in jeder Zeile eine Schätzung mit der angegebenen Grundlage. Die Angabe des Auftragnehmers sagt nichts über Marktanteile: ein Name steht für die veröffentlichte Vertragspartei, nicht für einen Konzern.
Wo eine Bekanntmachung mehrere Vertragspartner nennt, die sich denselben Betrag teilen, steht das in der Zeile. Der Betrag ist dann der geteilte Deckel und nicht der Betrag je Partner. Eine Zeile ist ein Dienstleistungskonzessionsvertrag und keine Rahmenvereinbarung: dort ist der Betrag der erwartete Umsatz des Konzessionärs und keine Beschaffungsobergrenze. Sie ist mitgezählt, weil diese Auswahl am erwarteten Vertragsende hängt und nicht an der Vertragsform.
Was von den 62 nach Abzug bekannter Dubletten übrig bleibt
Bis zum 24. Juli 2026 stand VMware zweimal in dieser Liste, weil dieselbe Rahmenvereinbarung in beiden Quellen erscheint und der Auftragnehmer unterschiedlich geschrieben ist. Am 25. Juli haben wir diesen und vier weitere Fälle einzeln gegen die Originalbekanntgaben geprüft. In allen fünf tragen beide Quellen dieselben amtlichen Kennzahlen für Auftraggeber und Auftragnehmer, denselben Wert und dasselbe Zuschlagsdatum. Sie sind zusammengeführt, und die Überschrift ist dadurch von 67 auf 62 gesunken.
Ein sechster Fall aus demselben Prüflauf ist ausdrücklich nicht zusammengeführt worden. Dort nennt die nationale Quelle überhaupt kein Unternehmen, während die europäische Bekanntgabe zwei Partner einer Rahmenvereinbarung führt. Welcher gemeint ist, steht in keiner der beiden Quellen, und Raten ist keine Methode. Er liegt außerhalb dieser 62.
Am 25. Juli stand hier außerdem ein Datensatz, dessen quellenübergreifender Zwilling knapp außerhalb des Zeitfensters lag. Das Fenster wandert mit dem Datum, und bei der Aktualisierung am 18. August 2026 war dieser Zwilling hineingerückt. Wir haben das Paar nach demselben Maßstab gegen die Originalbekanntgaben geprüft: beide Quellen tragen dieselben amtlichen Kennzahlen für Auftraggeber und Auftragnehmer, denselben Wert und dasselbe Zuschlagsdatum. Es ist zusammengeführt, die Überschrift bleibt dadurch bei 62. Es verbleibt 1 Wiederholung innerhalb derselben Quelle über 46.800.000 €. Zieht man sie ab, bleiben 61 Datensätze mit 2.398.443.375 €.
Diese 61 sind die vorsichtigste Lesart, nicht die einzig richtige. Wiederholungen innerhalb einer Quelle führen wir grundsätzlich nicht zusammen: aus einer Rahmenvereinbarung können am selben Tag zwei gleich hohe Abrufe erfolgen, und die zu verschmelzen würde einen echten Vertrag löschen. Wie wir mit diesen Resten umgehen und wie groß sie im gesamten österreichischen Bestand sind, steht in der Abdeckungsrechnung für Österreichs Vergabedaten.
Zur Einordnung: die 2.445.243.375 Euro beziehen sich ausschließlich auf die 62 Datensätze mit erwartetem Ende in den nächsten 24 Monaten. Der gesamte erfasste BBG-Bestand ist größer und darf mit dieser Zahl nicht vermengt werden.
Was ein Anbieter damit anfangen kann
Eine Rahmenvereinbarung, die in achtzehn Monaten endet, ist heute interessant und in achtzehn Monaten erledigt. Wer erst bei der Veröffentlichung erfährt, dass neu vergeben wird, trifft auf einen Auftraggeber, der seine Anforderungen längst geschrieben hat.
Die nüchterne Rechnung: Zuschlagsdatum plus Laufzeit ergibt ein erwartetes Ende, davon 12 bis 18 Monate abgezogen ergibt das Fenster, in dem ein Gespräch überhaupt noch etwas bewirken kann. Für die 13 Datensätze mit erwartetem Ende im Jahr 2026 ist dieses Fenster bereits offen oder vorbei.
Zwei Einschränkungen, die zur Ehrlichkeit gehören. Marktkontakte vor einem Verfahren sind zulässig, aber nicht beliebig: die Bestimmungen des BVergG zur Markterkundung setzen Grenzen, und wer sie überschreitet, gefährdet die eigene Teilnahme. Und ein auslaufender Vertrag ist kein Beleg dafür, dass derselbe Bedarf zurückkommt.
Häufige Fragen
- Laufen diese 62 Rahmenvereinbarungen sicher aus?
- Nein. Bei 6 der 62 nennt die Bekanntgabe selbst ein Ende. Bei 54 wird es aus veröffentlichtem Zuschlagsdatum und Laufzeit berechnet, bei 2 statistisch geschätzt. Ein erwartetes Ende ist außerdem keine Zusage, dass neu ausgeschrieben wird: Optionen können gezogen werden, Bedarfe können gebündelt, eingestellt oder anders gedeckt werden.
- Sind das 2,45 Milliarden Euro an Ausgaben?
- Nein. Es sind veröffentlichte Auftragswerte. Gerade bei Rahmenvereinbarungen ist der veröffentlichte Wert häufig eine Obergrenze und weder Umsatz noch garantiertes Abrufvolumen. Der Betrag beschreibt, was bekannt gegeben wurde, nicht was abgerufen oder bezahlt wurde.
- Warum ist die Liste kürzer als im Juli?
- Weil wir am 25. Juli 2026 fünf Doppelzählungen gefunden und entfernt haben. Dieselbe Rahmenvereinbarung stand in beiden Quellen, einmal mit anders geschriebenem Auftragnehmer. Wir haben jedes dieser fünf Paare gegen die Originalbekanntgaben geprüft und nur dort zusammengeführt, wo beide Quellen dieselben amtlichen Kennzahlen für Auftraggeber und Auftragnehmer tragen. Die Überschrift ist dadurch von 67 auf 62 gesunken und der Betrag von 2,78 auf 2,45 Milliarden Euro. Bei der Aktualisierung am 18. August 2026 ist nach demselben Maßstab ein sechstes Paar zusammengeführt worden, dessen Zwilling durch das mitwandernde Zeitfenster hereingerückt war; die Überschrift bleibt dadurch bei 62.
- Ist die Bundesbeschaffung GmbH der einzige relevante Einkäufer?
- Nein. Die BBG bündelt Beschaffung für den Bund und weitere Kunden, aber Länder, Gemeinden, öffentliche Unternehmen und Sozialversicherungsträger vergeben daneben selbst. Wie vollständig österreichische Vergabedaten insgesamt sind, und für wen die Bekanntgabepflicht ab 50.000 Euro überhaupt gilt, rechnen wir separat vor.
- Wie aktuell sind diese Zahlen?
- Sie sind am 18. August 2026 gegen unseren Bestand reproduziert. Das Zeitfenster wandert mit dem Datum, deshalb ändern sich Anzahl und Summe bei jeder Aktualisierung. Eine Zahl ohne Stichtag ist bei dieser Art von Auswertung wertlos.
Dieselbe Rechnung für Ihren Markt
Die BBG ist ein Auftraggeber von vielen. Der Radar führt dieselbe Auswertung für den gesamten erfassten österreichischen Bestand, mit der Grundlage an jedem Datum und dem Quellenlink an jedem Dossier.
Alle Zahlen dieser Seite sind am 18. August 2026 reproduziert. Fehler bitte an ravid@tendervane.com, belegte Korrekturen vermerken wir auf der Seite.