Datenanalyse Österreich, Stand 24. Juli 2026
67 IT-Rahmenvereinbarungen der BBG mit erwartetem Ende bis 2028
Geschrieben von Ravid Efroni, Gründer von Tendervane · aktualisiert 24. Juli 2026
Die Bundesbeschaffung GmbH bündelt einen großen Teil des öffentlichen IT-Einkaufs in Österreich. Aus den veröffentlichten Vergabedaten lässt sich ablesen, welche ihrer IT-Rahmenvereinbarungen in den nächsten 24 Monaten voraussichtlich enden. Es sind 67 Datensätze mit zusammen 2.780.243.375 Euro an veröffentlichten Auftragswerten.
Das Wort voraussichtlich trägt hier die ganze Last, deshalb legen wir gleich zu Beginn offen, worauf jedes einzelne Enddatum beruht. Bei 6 der 67 steht das Ende in der Bekanntgabe. Bei 55 rechnen wir es aus veröffentlichtem Zuschlagsdatum und Laufzeit. Bei 6 bleibt nur ein Erfahrungswert.
Worauf die Enddaten beruhen
Diese Tabelle entscheidet, wie viel die Überschrift wert ist. Eine Liste auslaufender Verträge, die zu großen Teilen auf Kategorie-Erfahrungswerten beruht, ist eine Vermutung mit Nachkommastellen. Hier sind 61 der 67 aus der Bekanntgabe abgeleitet, also 91 Prozent.
| Grundlage des Enddatums | Anzahl | Anteil | Wert |
|---|---|---|---|
| Aus anderen Angaben berechnetAbgeleitet aus veröffentlichtem Zuschlagsdatum und Laufzeit. | 55 | 82,1 % | 2.519.660.341 € |
| In der Bekanntgabe genanntDie vergebende Stelle hat ein Ende veröffentlicht. | 6 | 9,0 % | 84.796.871 € |
| Statistisch geschätztErfahrungswert für die Kategorie. Die schwächste Grundlage. | 6 | 9,0 % | 175.786.163 € |
Ein berechnetes Ende ist deutlich besser belegt als ein Erfahrungswert, aber es bleibt eine Ableitung. Und selbst ein in der Bekanntgabe genanntes Ende sagt nur, wann der Vertrag ausläuft, nicht dass derselbe Bedarf erneut ausgeschrieben wird.
Wann sie enden
Nach Quartal des erwarteten Endes. Das vierte Quartal 2026 sticht heraus, weil dort mit Microsoft Enterprise & Select und den Cybersecurity-Dienstleistungen zwei sehr große Vereinbarungen zusammenfallen.
Anzahl der Datensätze je Quartal, daneben die veröffentlichten Auftragswerte. Die Balken zeigen die Anzahl, nicht den Wert. Beides fällt auseinander: das dritte Quartal 2027 enthält die meisten Verträge, das vierte Quartal 2026 mit Abstand das meiste Geld.
Die zehn größten nach veröffentlichtem Wert
| Rahmenvereinbarung | Auftragnehmer | Wert | erwartetes Ende |
|---|---|---|---|
| Microsoft Enterprise & Select | ACP IT Solutions GmbH | 470.000.000 € | Dezember 2026berechnet |
| SAP | SAP Österreich GmbH | 410.000.000 € | Februar 2027berechnet |
| Cybersecurity-Dienstleistungen | Ernst & Young Management Consulting | 300.000.000 € | November 2026berechnet |
| VMwareDublettenkandidat, siehe unten | TD SYNNEX Austria GmbH | 160.000.000 € | Juli 2027berechnet |
| VMwareDublettenkandidat, siehe unten | „Tech Data“ Österreich GmbH | 160.000.000 € | Juni 2027berechnet |
| IT-Dienstleistungen 2021, Lose 1-6, 8-11, 13 und 14 | msg Plaut Austria GmbH | 143.000.000 € | September 2026berechnet |
| Verrechnungs- und Übermittlungsstellen, Service Provider | rath-it.development gmbh | 138.000.000 € | Februar 2027berechnet |
| Security Software 2024 - 2 | Arrow ECS Internet Security AG | 95.000.000 € | Dezember 2026geschätzt |
| Microsoft EDU Austria | SoftwareONE Österreich GmbH | 91.000.000 € | März 2027berechnet |
| IT-Dienstleistungen 2021-2 | European Dynamics Luxembourg | 70.000.000 € | September 2026berechnet |
Auftraggeber, Auftragnehmer, Wert und Zuschlagsdatum stammen aus der Bekanntgabe. Das erwartete Ende ist in jeder Zeile eine Schätzung mit der angegebenen Grundlage. Die Angabe des Auftragnehmers sagt nichts über Marktanteile: ein Name steht für die veröffentlichte Vertragspartei, nicht für einen Konzern.
Was von den 67 nach Abzug bekannter Dubletten übrig bleibt
VMware steht zweimal in der Liste oben, und das ist kein Versehen. Dieselbe Rahmenvereinbarung erscheint in beiden Quellen, der Auftragnehmer ist aber unterschiedlich geschrieben. Unsere Zusammenführung verlangt exakte Übereinstimmung, weil sie im Zweifel lieber doppelt zählt als einen echten Vertrag zu löschen.
In diesen 67 Datensätzen stecken 2 quellenübergreifende Dublettenkandidaten über 220.000.000 € sowie 1 Wiederholung innerhalb derselben Quelle über 46.800.000 €. Zieht man alle drei ab, bleiben 64 Datensätze mit 2.513.443.375 €.
Diese 64 sind die vorsichtigste Lesart, nicht die einzig richtige. Ein Auftraggeber kann am selben Tag zwei gleich hohe Lose vergeben, deshalb ist ein Kandidat noch keine bestätigte Doppelzählung. Wie wir mit diesen Resten grundsätzlich umgehen und wie groß sie im gesamten österreichischen Bestand sind, steht in der Abdeckungsrechnung für Österreichs Vergabedaten.
Zur Einordnung: die 2.780.243.375 Euro beziehen sich ausschließlich auf die 67 Datensätze mit erwartetem Ende in den nächsten 24 Monaten. Der gesamte erfasste BBG-Bestand ist größer und darf mit dieser Zahl nicht vermengt werden.
Was ein Anbieter damit anfangen kann
Eine Rahmenvereinbarung, die in achtzehn Monaten endet, ist heute interessant und in achtzehn Monaten erledigt. Wer erst bei der Veröffentlichung erfährt, dass neu vergeben wird, trifft auf einen Auftraggeber, der seine Anforderungen längst geschrieben hat.
Die nüchterne Rechnung: Zuschlagsdatum plus Laufzeit ergibt ein erwartetes Ende, davon 12 bis 18 Monate abgezogen ergibt das Fenster, in dem ein Gespräch überhaupt noch etwas bewirken kann. Für die 13 Datensätze mit erwartetem Ende im Jahr 2026 ist dieses Fenster bereits offen oder vorbei.
Zwei Einschränkungen, die zur Ehrlichkeit gehören. Marktkontakte vor einem Verfahren sind zulässig, aber nicht beliebig: die Bestimmungen des BVergG zur Markterkundung setzen Grenzen, und wer sie überschreitet, gefährdet die eigene Teilnahme. Und ein auslaufender Vertrag ist kein Beleg dafür, dass derselbe Bedarf zurückkommt.
Häufige Fragen
- Laufen diese 67 Rahmenvereinbarungen sicher aus?
- Nein. Bei 6 der 67 nennt die Bekanntgabe selbst ein Ende. Bei 55 wird es aus veröffentlichtem Zuschlagsdatum und Laufzeit berechnet, bei 6 statistisch geschätzt. Ein erwartetes Ende ist außerdem keine Zusage, dass neu ausgeschrieben wird: Optionen können gezogen werden, Bedarfe können gebündelt, eingestellt oder anders gedeckt werden.
- Sind das 2,78 Milliarden Euro an Ausgaben?
- Nein. Es sind veröffentlichte Auftragswerte. Gerade bei Rahmenvereinbarungen ist der veröffentlichte Wert häufig eine Obergrenze und weder Umsatz noch garantiertes Abrufvolumen. Der Betrag beschreibt, was bekannt gegeben wurde, nicht was abgerufen oder bezahlt wurde.
- Warum steht VMware zweimal in der Liste?
- Weil wir es nicht stillschweigend entfernen. Dieselbe Rahmenvereinbarung erscheint in beiden Quellen, und der Auftragnehmer ist unterschiedlich geschrieben. Unsere Zusammenführung verlangt exakte Übereinstimmung, damit sie im Zweifel lieber doppelt zählt als einen echten Vertrag zu löschen. Wir weisen solche Fälle deshalb aus und nennen die bereinigte Untergrenze mit.
- Ist die Bundesbeschaffung GmbH der einzige relevante Einkäufer?
- Nein. Die BBG bündelt Beschaffung für den Bund und weitere Kunden, aber Länder, Gemeinden, öffentliche Unternehmen und Sozialversicherungsträger vergeben daneben selbst. Wie vollständig österreichische Vergabedaten insgesamt sind, und für wen die Bekanntgabepflicht ab 50.000 Euro überhaupt gilt, rechnen wir separat vor.
- Wie aktuell sind diese Zahlen?
- Sie sind am 24. Juli 2026 gegen unseren Bestand reproduziert. Das Zeitfenster wandert mit dem Datum, deshalb ändern sich Anzahl und Summe bei jeder Aktualisierung. Eine Zahl ohne Stichtag ist bei dieser Art von Auswertung wertlos.
Dieselbe Rechnung für Ihren Markt
Die BBG ist ein Auftraggeber von vielen. Der Radar führt dieselbe Auswertung für den gesamten erfassten österreichischen Bestand, mit der Grundlage an jedem Datum und dem Quellenlink an jedem Dossier.
Alle Zahlen dieser Seite sind am 24. Juli 2026 reproduziert. Fehler bitte an ravid@tendervane.com, belegte Korrekturen vermerken wir auf der Seite.